Auf- und Abbau des "Starts" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Eike Draheim   
Donnerstag, den 18. März 2010 um 14:21 Uhr
Segelflugbetrieb im Uhlenflug Peine
 
1. Ausräumen
 
Mindestens 4 Personen verteilen sich um das Flugzeug, um Beschädigungen zu vermeiden. Der Schwanz, die Fläche und der Rumpf dürfen nicht überstiegen werden. Eine Person an der Tragfläche gibt die Kommandos: schnauzwärts, flächenwärts oder schwanzwärts, wobei die jeweiligen Personen an ihren Positionen melden müssen, wenn der Abstand vom Flugzeug zu einem anderen Hindernis zu gering wird. Das Flugzeug wird auf dem Kuller (ein Gestell mit 4 Rädern, das die Seitwärtsbewegung eines Flugzeuges ermöglicht) so in der Halle plaziert, dass es ohne weitere Seitwärtsbewegung aus der Halle gezogen werden kann. Der Schwanz wird von mindestens zwei Personen angehoben, damit das Kuller von einem dritten weggezogen wird. Danach wird der Schwanz langsam herunter gelassen, damit der Sporn nicht beschädigt wird.
Das Flugzeug wird aus der Halle heraus geschoben und so auf den Rasen gestellt, dass es gerade zum Wind steht.
 
-mögliche Gefahren:
 
  • bei dem Übersteigen der Fläche oder des Schwanzes besteht Stolpergefahr.
  • durch unachtsame und ruckartige Bewegungen kann es zu Beschädigungen am Flugzeuges kommen.
  • die Fläche kann beim loslassen auf den Boden prallen und beschädigt werden.
  • der Sporn kann bei zu schnellem Ablassen des Schwanzes beschädigt werden.

-Vermeidung der Gefahren:
 
  • das Übersteigen einer Fläche oder eines Schwanzes muss vorher angesagt werden, damit das Flugzeug nicht bewegt wird.
  • das Flugzeug darf nur in die vom Flächenmann angesagte Richtung bewegt werden.
  • die Fläche darf nicht losgelassen werden, bevor sichergestellt ist, ob sie auf der anderen Seite festgehalten wird.
  • der Schwanz muss langsam herunter gelassen werden.
 

2. Ausrüsten der Flugzeuge

Die Flugzeuge müssen ausgerüstet und gecheckt werden bevor sie zum Start gehen. Als erstes wird der Akku eingesetzt und befestigt. Es muss darauf geachtet werden, dass die Schraube zur Befestigung des Akkus richtig rein gedreht ist. Der Stecker vom Funkgerät wird an den Akku angeschlossen und fest gedreht. Das Funkgerät wird auf seine Funktion hin überprüft. Danach werden die Fallschirme eingesetzt und die Reißleine befestigt. Vor dem einsetzen der Fallschirme, werden sie auf äußere Schäden kontrolliert. Nun wird der gesamte Innenraum des Flugzeuges auf Fremdkörper untersucht, die bei Flugbewegungen, nach oben durch die Scheibe fliegen können. Die Armaturen werden auf lose Schrauben und wackelige Instrumente hin kontrolliert. Es muss überprüft werden ob die Armaturen äußerlich beschädigt sind. Die Anschnallgurte müssen nachgesehen und bei Beschädigungen ausgetauscht werden. Alle Splinte und Fockernadeln müssen überprüft werden. Das Rudergestänge und die Stahlseile müssen sehr genau nachgesehen werden. Es muss kontrolliert werden, ob sie Bolzen zur Halterung der Tragflächen richtig eingesetzt und gesichert sind. Der Aussencheck des Flugzeuges ist sehr wichtig. Die Tragflächen werden an der Torsionsnase (Vorderkante der Tragfläche), auf Risse oder Löcher abgeklopft. Die Bespannung des Flugzeuges muss ebenfalls auf Risse und Löcher überprüft werden. Der Luftdruck des Haupt- und Spornrades muss kontrolliert werden.
 
-mögliche Gefahren:
 
  • der Akku fällt während des Fluges heraus.
  • Ruder und Armaturen sind defekt.
  • Fallschirm ist nicht befestigt.
  • zu wenig Luft auf dem Haupt- und Spornrad.

-Vermeidung der Gefahren:
 
  • durch sorgfältige Ausführung der Checkliste werden diese und andere Gefahren ausgeschlossen.
 
 
3. Der Startaufbau
 
Der Start wird so aufgebaut, dass die Flugzeuge möglichst gegen den Wind Starten. Der Startbus wird in die äußere Ecke der Rollbahn gestellt. Tisch, Bank und Stühle werden ausgeräumt. Das Telefonkabel wird in die Steckdose am Rand der Schleppstrecke eingesteckt. Verständigungsproben mit der Flugleitung und der Winde werden gemacht. Das Funkgerät wird auf den Tisch gestellt und angeschaltet. Der Akku wird überprüft. Die Flugzeuge werden auf der Rollbahn zum Start gezogen. Das Seil wird in die Bugkupplung eingeklinkt. Der Lepo (ein Auto das auf dem Flugplatz dazu da ist, die Flugzeuge zum Start und die Windenseile auszuziehen) darf nur so schnell fahren, dass die Person an der Fläche nicht laufen muss. Das Flugzeug wird gegenüber der Winde abgestellt. Das Seil wird ausgeklinkt und aufgeschossen. Der Lepo wird hinter dem Bus geparkt.
 
-mögliche Gefahren:
 
  •  Funkgerät und Telefon funktionieren nicht wenn sie gebraucht werden.
  •  in der Schleppstrecke sind Hindernisse.

-Vermeidung der Gefahren:
 
  • durch die Verständigungsprobe und die Überprüfung des Funkgeräts kann so etwas ausgeschlossen werden.
  • Hindernisse müssen sofort aus der Schleppstrecke geräumt werden.
 
 
4.Aufbau der Winde
 
Die Winde wird aus der Halle gefahren und muss so aufgestellt werden, dass die Flugzeuge gegen den Wind starten. Die Winde fährt entweder auf der Schleppstrecke oder auf dem angelegten Weg hinter der Flugzeughalle zum Windenstellplatz.

Zuerst werden die Stützen der Winde heruntergefahren und gesichert. Als nächstes zieht der Windenfahrer einen Sicherheitskreis aus Pylonen um die Winde. Das Telefonkabel wird in die Steckdose am Rand der Schleppstrecke gesteckt. Eine Verständigungsprobe wird gemacht. Nun werden die Schirme, die Sollbruchstellen und die Stahlseile auf ihre Funktion hin überprüft.
 
-mögliche Gefahren:

  • beim Seilriss werden Personen in der Gefahrenzone verletzt.
  • Schirm, Seil und Sollbruchstelle sind defekt.
 
-Vermeidung der Gefahren:

  • niemand darf innerhalb der Sicherheitszone oder vor der Winde stehen.
  • durch sorgfältige Überprüfung der einzelnen Teile wird so etwas verhindert.
 
Merke: Beschädigungen müssen sofort gemeldet und ordnungsgemäß repariert werden!
 
 
5. Seile ausziehen

Der Lepo fährt zur Winde, wobei er höchstens 40 Km/h fahren darf. Er stellt sich vor die Winde. Der Fahrer des Lepos hängt die Stahlseile ein und wartet auf das OK vom Windenfahrer. Der Lepo fährt langsam und gleichmäßig an, der Fahrer darf nicht ruckartig anfahren, weil sonst Schlaufen auf der Windentrommel entstehen.

Die Seile werden mit etwa 30 Km/h ausgezogen. Beim Fahren muss darauf geachtet werden, dass der Lepo gerade auf den Start zufährt. Der Fahrer bremst so ab, dass der Windenfahrer die Trommeln stoppen kann und sie nicht nachlaufen. Es können sich auch hier Schlaufen bilden. Der Lepo bleibt etwa 2 Meter vor dem Flugzeug stehen und setzt so weit zurück, dass die Seile nicht mehr unter Spannung stehen. Der Fahrer hängt die Seile aus und parkt den Lepo hinter dem Bus. Wenn der Wind aus Norden kommt wird das Nordseil an den Rand gelegt und der Schirm abgehängt. Kommt der Wind aus Süden wird das Südseil an den Rand gelegt und der Schirm abgehängt. Dis ist Notwendig um zu verhindern, dass ein Seil bei einem Seilriss auf das andere fällt.  
 
-mögliche Gefahren:
 
  • die Seile bilden Schlaufen auf der Trommel.
  • das falsche Seil wird angezogen und der Schirm wird durch das Schleifen auf dem Boden beschädigt.
  • ein Seil fällt bei einem Seilriss auf das andere.
 
-Vermeidung der Gefahren:
 
  • es muss langsam Angefahren und vorsichtig Abgebremst werden.
  • der Schirm muss immer abgehängt sein.
  • es muss das richtige Seil abgehängt werden.
  
 
6. Abbau des Starts


Das Funkgerät wird ausgeschaltet und eingeladen. Die Tische, Bänke und Stühle werden verstaut, das Telefon Kabel wird aus der Steckdose gezogen und aufgeschossen. Fallschirme und Gurtzeug werden in den Bus geladen. Der Startbus wird auf der Rollstrecke zurückgefahren. Das Funkgerät wird in den Laderaum gebracht und an das Ladegerät angeschlossen. Die Fallschirme und das Gurtzeug werden in die Taschen im Schrank gesteckt. Die Taschen und der Schrank müssen geschlossen sein. Die Flugzeuge werden mit dem Lepo ebenfalls auf der Rollstrecke zurückgezogen und vor die Halle gestellt.
 
-mögliche Gefahren:

  • das Telefonkabel reißt.
  • die Fallschirme werden von Nagetieren im Bus angefressen
  • das Funkgerät ist beim nächsten Flugbetrieb nicht einsatzbereit, weil der Akku leer ist.
 
-Vermeidung der Gefahren:
 
  • das Telefonkabel muss ordentlich verstaut werden.
  • die Fallschirme müssen in den Taschen im Schrank verstaut sein.
  • das Funkgerät muss ausgeschaltet und an das Ladegerät angeschlossen sein.
 
 
7. Abbau der Winde

Die Seile und Schirme werden aufgeschossen und an den Haken an der Winde gehängt. Die Pylonen werden eingesammelt und verstaut. Das Telefonkabel wird gezogen, aufgeschossen und an den Haken gehängt. Die Stützen werden eingefahren.

Die Winde wird zurückgefahren und wenn nötig betankt. Lepo und Winde werden mit Diesel betankt. Die Winde wird in die Halle gefahren und die Halle wird geschlossen.

-mögliche Gefahren:
 
  • Schirm und Seile werden überfahren.
  • das Telefonkabel reißt.
  • die Stempel werden beschädigt.
 
-Vermeidung der Gefahren:
 
  • die Schirme und Seile müssen ordentlich verstaut werden.
  • das Telefonkabel muss ebenfalls verstaut werden.
  • die Stützen müssen hochgefahren sein.
 
 
8. Abrüsten und einräumen der Flugzeuge
 
Fallschirme und Gurtzeug die noch in den Flugzeugen liegen müssen ebenfalls in den Taschen im Schrank verstaut werden. Die Akkus müssen ausgebaut und die Funkgeräte müssen ausgeschaltet werden. Die Akkus müssen an die Ladegräte angeschlossen werden. Die Flugzeuge werden gewaschen und abgeledert. Dann werden die Flugzeuge eingeräumt und der Bus wird in die Halle gefahren. Das Einräumen wird genauso gemacht wie das Ausräumen. Es muss darauf geachtet werden das die Reihenfolge und Platzierung der Flugzeuge wie eingehalten wird. Die Ask21 und die Ls4b werden mit Flächen-, Hauben- und Leitwerksschutzen versehen.
 
-mögliche Gefahren:
 
  • dreck verschlechtert die Flugeigenschaften der Flugzeuge.
  • die Akkus sind leer.
  • deim Einräumen werden Personen verletzt oder Flugzeuge beschädigt.

-Vermeidung der Gefahren:

  • die Flugzeuge müssen ordentlich gewaschen und abgeledert werden.
  • die Akkus müssen an das Ladegerät angeschlossen werden.
  • das einräumen muss vorsichtig gemacht werden.  
 
 
9. Nach dem Fliegen
 
Nach dem Verstauen der Flugzeuge schreiben die Piloten des letzten Fluges der jeweiligen Flugzeuge, die Flugbücher. In den Flugbüchern wird das Datum, die Anzahl der Starts, die Zeit des ersten Starts, die Zeit der letzten Landung und die Gesamtflugzeit des Tages eingetragen. Alles sollte zweimal nachgeguckt und nachgerechnet werden.
 
 
© 2008 Uhlenflug Peine e.V. | Joomla 1.5 Templates by vonfio.de